08 Oktober 2005

Das menschliche Gedächtnis

Schon seltsam, wie unser Gehirn funktioniert... Vor allem wenn's darum geht, länger nicht benötigte Informationen aus dem Langzeitgedächtnis zu holen. Die Tatsache, dass dies manchmal etwas länger dauern kann, ist ja sicherlich jedem aus eigener Erfahrung bekannt. Mein Namensgedächtnis z.B. ist ja nicht das beste, und oft fällt mir der Namen zu einer Person, die ich nur selten sehe und dann zufällig irgendwo treffe, erst viel später ein, bzw. erst dann
wenn es zu spät ist.

Ein anderes Beispiel, durch das ich auf dieses Phänomen überhaupt wieder aufmerksam geworden bin: Kürzlich hörte ich während der Autofahrt ein instrumentales Stück, wahrscheinlich aus einem Musical. Ich war mir sicher, dass ich dieses Lied schon einmal in einem gesungenen Vortrag gehört hatte, doch der Text dazu fiel mir nicht mehr ein. Doch dann, ein paar Minuten später, kam mir ein Wort, das auf die Melodie passte, und kurz später noch
ein Wort in den Sinn. Und so langsam, während der nächsten halben, dreiviertel Stunde, fielen mir immer mehr Textfetzen ein, bis mir plötzlich wieder eine komplette Textpassage aus dem Lied präsent war!

Als ob sich die Informationen erst wieder mühsam aus dem Langzeitspeicher ins Bewusstsein vorkämpfen müssten. Nicht wie beim Computer, wo man eine Datei von der Festplatte öffnet, und mit einem Schlag alle enthaltenen Informationen präsent sind... eher wie bei einer schrecklich langsamen Internetverbindung, wo die gewünschte Seite Stück für Stück, Zeile für Zeileauf den Bildschirm tröpfelt...

Naja, vielleicht ist der Vergleich gar nicht so schlecht, immerhin besteht unser Gehirn ja auch aus einem Netzwerk von Neuronen... Wobei es mit Computern in mancher Hinsicht nicht mithalten kann, z.B. beim Rechnen; es in anderen Bereichen aber dem Computer wiederum haushoch überlegen ist - z.B.bei der Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen wie Bildern, Geräuschen, etc.

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